Wichteln - beschreibt den vorweihnachtlichen Brauch, sich zusammenzufinden um sich gegenseitig eine Kleinigkeit zu schenken. Aufgrund des hohen Spaßfaktors mit Lachgarantie hat es dieses Brauchtum nach und nach bis weit über die Landesgrenzen der Weihnachtswichtel hinaus auch in das kleinste Unternehmen geschafft. So entscheiden sich immer mehr findige Organisatoren auf kostspielige Zerstreuung bei der vorweihnachtlichen Firmenfeier zu verzichten, um der Urform der Unterhaltung – dem Wichteln – zu frönen. Im Laufe der Zeit kam es jedoch zu regionalen Unterschieden in Definition und Durchführungsart. Damit Sie sich im Dschungel der Wichteleien nicht verirren, ist hier eine Checkliste der wichtigsten Wichtel-Grundbegriffe und Wichtel-Varianten exklusiv für Sie zusammengetragen worden.
Wichtel/Wichtelmama/Wichtelpapa = die überglückliche, schenkende Person
Wichtelopfer/Wichtelkind = die auserwählte, je nach Gehässigkeit des Schenkenden, mehr oder weniger glückliche zu beschenkende Person
Wichtelgeschenk = ein kleines Geschenk in einem finanziell abgesteckten Rahmen (i.d.R. 5,00 €), über das man sich auch selbst freuen würde; wahlweise aber auch je nach Wichtel-Variante ein Kleinod der Hässlichkeit, was man schon immer einmal aus dem Haushalt verbannen wollte; in jedem Fall aber hübsch weihnachtlich verpackt
Wichtelvariationen = Wichtelvariationen sind umfangreich, denn prinzipiell sind alle folgenden Wichtelarten frei kombinier- und erweiterbar.
Zufallswichteln oder Loswichteln – Jeder Teilnehmer schreibt seinen Namen auf einen Zettel. Anschließend verdecken und gut mischen. Nun zieht jede Person einen Zettel auf dem der Name seines Wichtelkinds zu lesen ist. Die Wichtelgeschenke werden zu einem festgelegten Zeitpunkt überreicht, oder werden dem Wichtelkind heimlich untergeschoben.
Schrottwichteln – Beim Schrottwichteln kommt das bereits erwähnte Kleinod der Hässlichkeit zum Einsatz. Alle nett verpackten Wichtelgeschenke kommen in einen großen Sack und werden beispielsweise nacheinander gezogen oder anhand der – meist in die Irre führenden – Verpackung ausgewählt.
Würfelwichteln - Eine andere Verteilungsart stellt das Würfelwichteln dar. Zuerst werden alle Wichtelgeschenke anonym auf dem Tisch verteilt und festgelegt wie lange die muntere Würfelei dauern soll. Nun wird reihum gewürfelt, wobei folgende Regeln gelten:
- würfelt man eine 6 darf man ein Päckchen aus der Mitte wählen (jeder nur 1)
- bei einer 1 darf das Päckchen ausgepackt werden
- bei einer 2 muss man das Wichtelgeschenk mit einem anderen Wichtelkind tauschen
- bei einer 3 geben alle ihr Geschenk rechtsherum weiter
- bei einer 4 geben alle ihr Wichtelgeschenk linksherum weiter
- bei einer 5 müssen der jeweils rechte und linke Nachbar die Päckchen untereinander tauschen
Räuberwichteln - Bei Räuberwichteln werden wieder alle Päckchen anonym auf dem Tisch verteilt. Ein Wichtelkind darf nun das erste Wichtelgeschenk auspacken. Reihum kann nun das jeweils nächste Wichtelkind wählen ob es ein neues Päckchen auspacken oder einem Anderen sein Geschenk „stehlen“ will. Die Runde endet wenn alle Wichtelgeschenke verteilt sind.
Gedichtwichteln - Bei der wohl aufwändigsten Wichtelvariante wird auch im Vornherein per Los das zu beschenkende Wichtelkind gezogen. Nun muss man nicht nur ein Wichtelgeschenk besorgen, sondern auch ein möglichst treffendes Gedicht über die Person auf dem Zettel formulieren. Am Tag der Weihnachtsfeier muss nun die gesamte Runde erst anhand des Gedichts erraten wem das Päckchen gehört bevor das Wichtelkind es auspacken darf. Achtung: Diese Variante eignet sich nur für kleinere Firmenfeiern (max. 20 Personen) bei denen sich die Belegschaft untereinander sehr gut kennt.
FESTmacher-Tipp: Für schallendes Gelächter sorgen immer wieder riesige, oder aufwändig verpackte Geschenke mit geringem Produktwert. Freuen Sie sich mit, wenn haushohe Erwartungen, was sich in dem Geschenk verbergen könnte in regelrechten Gesichtsentgleisungen münden, wenn sich am Ende herausstellt, dass es sich nur um eine Familienpackung Klopapier handelte.